Warenkorb schließen Warenkorb
Dein Warenkorb ist leer

Deutschland

15% Rabatt auf die das gesamte Sortiment.

Militärische Tarnung ist so eng mit taktischer Kleidung verbunden, wie es überhaupt nur möglich ist. Aber was genau ist "militärische" Tarnung und was macht sie besonders im Vergleich zu anderen? Mehr Infos in diesem ausführlichen Artikel.

Was dieser Blogbeitrag beinhaltet:

Einführung

Taktische Ausrüstung kann bis in prähistorische Zeiten zurückverfolgt werden, zumindest wenn man die Definition nicht ganz so genau nimmt. Tarnung bzw. Camouflage (oder vielleicht, da der Begriff in diesem Beitrag noch nicht geklärt wurde, ist ein besseres Wort dafür vorerst Verschleierung, zu Engl. Concealment) ist seltsamerweise ein ziemlich modernes Konzept, das im letzten Jahrhundert einen großen Aufstieg erlebte. 

Gehen wir der Frage nach, was militärische Tarnung ist und wie ausgeklügelt sie sein muss, um auf dem modernen Schlachtfeld eingesetzt zu werden.

Was ist militärische Tarnung?

Beginnen wir mit der Erörterung, was militärische Tarnung eigentlich ist. Wenn Du ein wenig darüber nachdenkst, kommst Du mit Sicherheit selbt auf das Grundkonzept von Camouflage: Du musst jemanden auf visuelle Weise täuschen, dich also tarnen. Aber es steckt mehr dahinter als nur der intuitive "visuelle" Ansatz.

Im Kern ist die Tarnung eine Art der Täuschung oder besser bekannt unter dem Codenamen MILDEC, was im Grunde genommen eine Strategie ist, die das Militär einsetzt, um sich auf einem oder mehreren Kriegsschauplätzen Vorteile zu verschaffen. Interessanterweise gibt es viele Formen von Täuschungsmethoden, die genauso gut funktionieren wie die Tarnung.

Geschichten von bekannten militärischen Täuschungen sind z.B. die Unterwanderung der griechischen Soldaten von Troja mit dem berühmten Trojanischen Pferd, wie sie in der Ilias und Odyssee beschrieben wird (datiert auf das 9. - 6. Jahrhundert v. Chr.).

Trojan horse

Dieses Konzept wurde auch in "Die Kunst des Krieges" erörtert, mit Möglichkeiten, eine Schlacht zu gewinnen, auch wenn man mit erheblichen Nachteilen bei der Truppenstärke konfrontiert ist und einer völlig ermutigenden Denkweise dahinter. 

Täuschung ist in unserer Geschichte verwurzelt und bleibt auch heute noch ein effektives Mittel, um das Blatt zu wenden, wenn auch in unterschiedlichen Formen. Drei bemerkenswerte Täuschungsaxiome und -prinzipien wurden in der US-Doktrin entwickelt.

Das Magruder-Prinzip besagt, dass es weniger Aufwand erfordert, bereits bestehende Überzeugungen zu verstärken, als einen neuen Standpunkt einzuführen. (2. WK - Operation Mincemeat).

Das Jones Dilemma

Ziele mit mehr Informationen und Ressourcen sind schwieriger zu täuschen. Im Gegenteil, mehr Informationen und Ressourcen bedeuten mehr Möglichkeiten der Manipulation und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit, getäuscht zu werden. (2. WK - Operation Bodyguard)

Vermeide Windhosen

Je einfacher die trügerischen Informationen zu erhalten sind, desto schwieriger ist es für das Ziel, ihnen zu glauben. 

Falls du dich fragst, was die aktuellen operativen MILDEC's sind, ist ein gutes Schema mit der Tabelle oben dargestellt.

MILDEC Scheme

In der obigen Tabelle stechen zwei Dimensionen der Täuschung hervor, die Länge des Effekts (vertikal) und die Art des Aufwands, der zur Umsetzung der Methode nötig ist (horizontal).

Die zwei relevantesten für unsere Diskussion sind Verschleierung und Tarnung, aber wie unterscheiden sich die beiden?

Verschleierung ist ein Begriff, der verwendet wird, um Gegenstände, wie z.B. Ausrüstung mit Vegetation und Planen zu verstecken und zu verhindern, dass eindeutige Formen zu erkennen isnd. Ein Beispiel

Tarnung umfasst die Verwendung von verschiedenen Formen, Materialien, Farben und Beleuchtungen, die die Erkennung eines Gegenstandes (wie z. B. eines sich bewegenden Panzers oder eines Individuums).

Eine kurze Zusammenfassung; Tarnung ist ein Teilbereich der militärischen Täuschung oder MILDEC, der sich darauf konzentriert, die Entdeckung durch die feindlichen Kräfte zu verhindern.

Wie funktioniert militärische Tarnung?

Da wir bereits die verschiedenen Arten von Tarnungen besprochen haben und auf die Unterschiede zwischen Jagdmustern und militärischer Tarnung eingegangen sind, haben wir uns hier hauptsächlich auf die visuellen Unterschiede und inhärenten Eigenschaften der Muster konzentriert.

Um die beiden Artikel zu rekapitulieren: Tarnungen werden absichtlich für eine bestimmte Umgebung oder Aufgabe angefertigt. Wir können die Wirkungsbereiche weiter in zwei Unterkategorien aufteilen, wobei die erste die visuelle ist.

Militärische Tarnung unterscheidet sich von anderen in dem Sinne, dass sich das Szenario und die Erkennungsmethoden von natürlichen zu menschengemachten ändern und sich somit von konventionellen Mustern zu dem multispektralen heiligen Gral, von dem wir alle träumen, verschieben.

Visual concealment camouflage methods.

Methoden zur visuellen Tarnung

Wenn es um Tarnmuster geht, sind viele Aspekte der visuellen Täuschung im Spiel. Bei den meisten Mustern wird mehr als ein Konzept verwendet, um die Effektivität zu maximieren. Die grundlegenden Prinzipien sind:

  • Ähnlichkeit mit der Umgebung 
  • Störende Färbung
  • Beseitigung von Schatten
  • Ablenkung
  • Selbstdekoration
  • Gegenschattierung

Wenn du über die Tarnmuster von Einsatzkräften nachdenkst und sie dir genauer ansiehst, fallen dir wahrscheinlich zuerst die Formen, Farben und die Größe des Musters auf. Das sind die Bausteine, die die Tarnung zu dem machen, was sie ist, egal ob sie digital, verpixelt oder anderweitig gestaltet sind.

Der Mensch ist darauf gepolt, diese Grundbausteine wahrzunehmen und das prägt die Muster, egal auf welchem Prinzip der Tarnung sie beruhen. Daher sind sie auch auf diese Weise konstruiert.

Außerdem sollte man beachten, dass das visuelle Spektrum des Menschen im Verhältnis zum gesamten elektromagnetischen Spektrum extrem begrenzt ist. Es reicht ungefähr von 380nm bis 750nm, aber technisch gesehen funktioniert das sichtbare Licht nicht anders als, sagen wir, die Wärmestrahlung eines heißen Körpers (Wärmebild). Wir sind nur nicht in der Lage, dieses Licht mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Menschliches sichtbares Spektrum

Bildquelle: wikipedia.com

Wir haben bereits ausführlich über die visuellen Prinzipien der gängigsten Tarnungen hier gesprochen und das MultiCam Muster in diesem Beitrag weiter aufgeschlüsselt sowie MultiCam mit Scorpion W2 hier verglichen.

Methoden zur nicht visuellen Tarnung

Das Prinzip bleibt hier mit "Ähnlichkeit zur Umgebung" ähnlich, wie beim visuellen Spektrum. Diesmal allerdings wird auf ein spezialisiertes Gerät zurückgegriffen, um die Erkennungsmethoden zu verändern.

Die Verschleierung des Nahinfrarotspektrums

Eine Frage, die uns oft zu unseren Tarnmustern gestellt wird und die einer weiteren Erklärung bedarf, ist "Ist dieses Tarnmuster NIR?". Auf den ersten Blick erscheint es so, als ob es sich um eine einfache "Ja oder Nein" Frage handelt. Aber wenn man etwas tiefer eintaucht und die Frage weiter seziert, kommt mehr zum Vorschein, als man denkt (Wortspiel beabsichtigt).

Denken wir zurück an die 750nm Wellenlänge am oberen Rand des menschlichen roten Farbspektrums, so dehnt sich das Infrarote von 750nm auf etwa 1mm Wellenlänge aus. Laienhaft ausgedrückt ist dies eine EM-Welle mit niedrigerer Energie, die für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.

Die NIR-Erkennungsmethoden nutzen die Reflektion des Stoffes oder genauer gesagt der Beschichtung/Farbe in einem bestimmten Teil des Lichts, in diesem Fall im nahen Infrarotbereich. Es ist wichtig zu wissen, dass die NIR-Eigenschaften nicht mit dem Tarnmuster selbst zusammenhängen, sondern mit dem Stoff. Ein Punkt, der durch HyperStealths fulminanten Beitrag über die U.S. Phase VI Baseline Muster belegt wird.

Unter Verwendung desselben visuellen Musters (MARPAT) kannst du mit Nachtsichtoptiken deutlich unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

hyperstealth NVG tests

Bildquelle: hyperstealth.com

Militärische Tarnung kann nur dann eine gute NIR-Leistung erzielen, wenn sie weniger Licht im nahen Infrarotspektrum emittiert.

Radarverschleierung

Bei Radargeräten denkt man oft nur an das reine Aufspüren von Fahrzeugen. Im modernen Kampfgeschehen, mit dem Aufkommen von tragbaren Radargeräten wie MSTAR, haben sich die Stoffe, die die Entdeckung von Truppen verhindern sollen, rasant weiterentwickelt.

Die typischen Wellenlängen eines Radars liegen zwischen 1mm - 1m. Am Rande sei bemerkt, dass die Fähigkeit, ein Objekt zu entdecken, davon abhängt, dass die Wellenlänge kleiner ist als die Größe des Objekts, das man zu entdecken versucht. Größere Wellenlängen, z. B. Radiowellen (1m - 100.000km), werden kleinere Objekte wie Menschen nicht "interferieren".

Im Jahr 2007 veröffentlichten Milliken und Co. ein Patent unter dem Namen “Radar camouflage fabric”, das durch die Kombination einer Basisschicht mit einer leitfähigen Schicht funktioniert, die die Übertragung von Mikrowellen (speziell im 6GHz-8GHz Band), die in Radargeräten verwendet werden, um etwa 50% reduziert. Das Patent wurde im Jahr 2011 genehmigt.

Radar camouflage fabric pattern

Bildquelle: Google patents

Thermische Verschleierung

Die Wärmebildverschleierung ist wohl das Nonplusultra. Um zu verdeutlichen, dass dies ein völlig anderes Thema ist als die beiden vorherigen Aspekte, machen wir ein kleines Gedankenexperiment. 

Nehmen wir an, du versuchst, dich in völliger Dunkelheit vor deinem Kumpel zu verstecken, der dir erklären will, warum eine Hose, die nicht aus dem UF PRO Sortiment stammt, die beste auf dem Markt ist. Du trägst ein helles, weißes Hemd, das selbst durch den kleinsten Lichtstrahl leicht hervorgehoben wird. Um nicht entdeckt zu werden, legst du dich auf den Boden und bedeckst dich mit einem dunklen Fleecestoff. Dein Kumpel wird es schwer haben, dein weißes Hemd zu erkennen.

Im zweiten Fall hingegen ist dein Kumpel mit einer speziellen Durchsichtskamera ausgestattet, die es ihm ermöglicht, jede weiße Farbe in einem Radius von 100 Metern sofort zu erkennen. Selbst wenn du versuchst, dich zu verstecken, hat dein Kumpel keine Schwierigkeiten, dich zu lokalisieren, denn du besitzt nur ein einziges Hemd und zu deinem Pech auch noch weiß.

Das ist genau das, was Wärmebildtechnik ist. Du hast eine inhärente Temperatureigenschaft und strahlst unweigerlich Licht ab, ein Prozess, der vermieden werden könnte, wenn du in der Lage wärst, deine Temperatur auf 0 °C zu halten (Haftungsausschluss: Das kannst du nicht).

Das Besondere an dieser Technologie ist, dass sie Temperaturunterschiede zwischen Objekten erkennt und in Abhängigkeit davon verschiedene Objekte hervorheben kann.

Eine Barriere, die bald durchbrochen werden könnte? Im Video unten kannst du dir die neueste Technologie in diesem Bereich und ihre Auswirkungen auf die Wärmebildtechnik für militärische Zwecke ansehen.


Es gibt noch andere Alternativen wie camoushield, die es wert sind, in Betracht gezogen zu werden, aber keine erweist sich derzeit als der Weisheit letzter Schluss.

Zum Schluss

Wie in diesem Beitrag ersichtlich, ist es noch ein weiter Weg bei der Entwicklung von Tarnkonzepten, um wirklich militärisch einsetzbar zu sein. Wir könnten sogar so weit gehen und sagen, dass Tarnung in vielen Bereichen noch Lichtjahre entfernt ist, um mit den aktuellen Militärstandards mithalten zu können.

Wenn wir uns auf nur zwei Dinge beschränken sollten, die wir dir zu modernen Tarnmustern mit auf den Weg geben können, dann zunächst, dass Tarnung ein viel abstrakteres Konstrukt ist und es sich nicht nur um schlichte Muster handelt. 

Die zweite Sache ist, egal wie gut die aktuellen Tarnungen sind, es gibt immer jemanden, der genauso hart daran arbeitet, sie zu entdecken, es gibt keine Möglichkeit, den Status Quo in der heutigen Zeit zu erhalten.

Veröffentlicht: 21-05-2021
UP